BOP-Klasse

Die Abkürzung BOP steht für "Berufs-Orientierung-Plus".
Bei der BOP-Klasse handelt es sich um eine spezielle Klasse im Rahmen der Berufsvorbereitung.
 
Ab der Klasse 9 können interessierte SuS eine spezielle Klasse besuchen, für die sie sich verpflichten, an dem Langzeitpraktikum und an ProBe teilzunehmen. Als KlassenlehrerIn sind immer Mitglieder des StuBO-Teams eingesetzt, um eine ideale Betreuung zu gewährleisten.
 
Eine curricular verankerte und früh einsetzende Berufsorientierung in den Allgemeinbildenden Schulen soll die jungen Menschen dazu befähigen, ihre Fähig- und Fertigkeiten besser einschätzen und reflektieren zu können, um damit ihren Weg in den Einstieg in das zukünftige Berufsleben schneller zu finden. Ergänzend zum Betriebspraktikum bietet das Langzeitpraktikum ausgewählten Schülerinnen und Schülern auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, auch trotz fachlicher und/oder persönlicher Unterstützungsbedarfe einen direkten Übergang von der Schule in eine Ausbildung zu erreichen. Den Heranwachsenden soll durch die Einrichtung einer Berufsorientierungsklasse ein weiterer Weg eröffnet werden, ihre Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu verbessern, ohne das Erreichen des Hauptschulabschlusses zu beeinträchtigen.
An wen richtet sich das Angebot? 
Die Berufsorientierungsklasse (BOP) ist ein Angebot für Schülerinnen und Schüler der zukünftigen Klasse 9 und 10. Das Angebot richtet sich besonders an Heranwachsende mit einer Prognose für einen schwachen oder durchschnittlichen Hauptschulabschluss. Auch Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf können ihre Stärken in der Berufsorientierungsklasse (BOP) entdecken. 
Die Klassenstärke ist aus organisatorischen Gründen auf 16 Schüler und Schülerinnen begrenzt. Bei hoher Nachfrage sind folgende Kriterien bei der Auswahl zu berücksichtigen:
-prognostizierter Hauptschulabschluss
-Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
-erfolgreiche Teilnahme an den Berufsfelderkundungstagen in Jahrgang 8 [BOP-Klasse Jahrgang 9] 
-erfolgreiche Teilnahme an einem Betriebspraktikum im Jahrgang 9 [BOP-Klasse Jahrgang 10]
-erfolgreiche Teilnahme an ProBe im Jahrgang 9 [BOP-Klasse Jahrgang 10]
 
Organisation und Durchführung:
Die Teilnahme am Langzeitpraktikum setzt die Empfehlung der Klassenkonferenz, die Zustimmung der Schülerin bzw. des Schülers und der Eltern voraus. Generell ist die Teilnahme am Unterricht in der Bork- Klasse mit einer schriftlichen Bewerbung verbunden. Im Anschluss wird der Besuch der Bork- Klasse in Verbindung mit der Teilnahme an einem Langzeitpraktikum vertraglich festgehalten und von allen Beteiligten (Schüler/in, Eltern, Schule) unterschrieben. Organisation und Dauer müssen flexibel auf die individuelle Entwicklung der Schülerin bzw. des Schülers angepasst werden können, sodass sie/er bei Bedarf den Praktikumsbetrieb wechseln. Es finden regelmäßige Rückmeldungsgespräche zwischen der Schule, den Eltern und dem Praktikumsbetrieb zur Entwicklung des Schülers bzw. der Schülerin statt. 
Eine Doppelbesetzung in der Klassenleitung ermöglicht dem Team eine intensive und pädagogisch wertschätzende Betreuung, die das Arbeiten in der BOP-Klasse für alle Beteiligten angenehm gestaltet. Regelmäßige Praktikumsbesuche können zudem besser koordiniert und in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Das Klassenlehrerteam für die Bork- Klasse sollte aus dem StuBO- Team stammen. 
 
Darüber hinaus ist es notwendig, dass alle Schülerinnen und Schüler dieser Bork-Klasse im Klassenverband unterrichtet werden, um einen gegenseitigen Austausch zu ermöglichen und zu fördern, Beziehungen untereinander zu stärken sowie die individuelle Motivation zu steigern. Organisatorisch zu beachten gilt, dass das Wahlpflichtfach (WPU) und der Religionsunterricht weiterhin im Kurssystem unterrichtet werden. Die Möglichkeit eines höheren Schulabschlusses ist vor allem im Jahrgang 9 prinzipiell durch den Wechsel in die jeweiligen Erweiterungskurse in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik sowie Chemie möglich. Die Schüler und Schülerinnen haben somit die Möglichkeit über zwei Schuljahre übergreifend am BOP-Projekt teilzunehmen, ebenfalls ist bei entsprechender Kapazität der Besuch der BOP-Klasse auch erst im Jahrgang 10 möglich. 
 
Das Langzeitpraktikum startet im Jahrgang 9 generell nach den Herbstferien mit einer einwöchigen Intensivphase im Praktikumsbetrieb, im Jahrgang 10 parallel mit dem zweiwöchigen Betriebspraktikum bzw. ebenfalls nach den Herbstferien. Dieses zweiwöchige Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 10 ersetzt die sogenannte Intensivphase zum Kennenlernen des Betriebes und dessen Arbeitsabläufe. Im Anschluss an dieses Praktikum besuchen die jeweiligen BOP-Schülerinnen und - Schüler an einem Tag in der Woche (im Idealfall an einem Dienstag) ihren Betrieb. Um die Benotung entsprechender Schülerinnen und Schüler weiterhin zu gewährleisten ist es erforderlich, dass an dem Praktikumstag kein Unterricht der Fächergruppe I stattfindet. 
 
Folgende Unterrichtsfächer der Fächergruppe II sind an diesem Tag vorzugsweise zu legen, die im Rahmen der Ersatzleistung angerechnet und entsprechend benotet werden können: 
BOSS, Bereich Arbeitslehre, Segeln, KL, Englisch (einstündig, aufgrund Nebenfachregelung bei HA). 
Im Zeitfenster vom Schuljahresstart bis zu Beginn des Langzeitpraktikums (ein- bis zweiwöchige Kompaktphase) sollen diese Stunden im Klassenverband genutzt werden, um Bewerbungen für eventuelle Praktikumsstellen anzufertigen, Bewerbungsgespräche zu simulieren und zu führen, sowie die Schülerinnen und Schüler bei Bewerbungsgesprächen zu begleiten. Ebenso sollen im Rahmen der Berufsorientierung der Besuch des Berufsinformationszentrums (BIZ) sowie mögliche Betriebsbesichtigungen durchgeführt werden.  
Das Langzeitpraktikum soll innerhalb des Schuljahres bis zu den Osterferien durchgeführt werden. Im Anschluss dient der Praktikumstag sowohl der Reflexion des Langzeitpraktikums, als auch der anschließenden Prüfungsvorbereitung. An den schulfreien Tagen (Schulferien, bewegliche Ferientage) findet das Langzeitpraktikum nicht statt. 
Die Möglichkeit eines Langzeitpraktikums sollte mit ausreichendem zeitlichem Vorlauf unter frühzeitiger Einbeziehung und Beteiligung der Schülerinnen und Schüler sowie Eltern besprochen werden. Als erste Informationsveranstaltung dient ein Elternabend für den derzeitigen Jahrgang 8 bzw. Jahrgang 9 nach den Osterferien.
Ferner ist beabsichtigt in dieser Phase mithilfe der Schülerinnen und Schüler der aktuellen Bork- Klasse im nachfolgenden Jahrgang für das Projekt zu werben.